Fließende Grenzen
Die Kunst als Raumspray



Die Galerie der Stadt Sindelfingen im Alten Rathaus Maichingen ist so etwas wie die Experimentier-Plattform der Städtischen Galerie Sindelfingen. Die in einem wunderschönen Fachwerkbau untergebrachte Galerie existiert seit dem Jahr 1987. Unter den bisher ausgestellten Künstlern befinden sich Hannes Steinert, Ulrike Kirbach, Christian Wulffen, Rolf Y. Spiess, Johannes Rave, Thomas Heger und Marko Lehanka.

Seit Sommer 2000 ist Marko Schacher für die Organisation der Ausstellungen verantwortlich. Der in Böblingen lebende Kunstwissenschaftler, Kurator und Journalist möchte ortsspezifische Arbeiten ausstellen und das Haus selbst thematisieren. Mit mutigen Ausstellungen, Konzerten, Performances und Vorträgen soll die angestrebte "Ent-Auratisierung" des Galerieraums weiter vorangetrieben werden.

"Just what is it, that makes today's homes so different, so appealing?", hat der Pop-Art-Künstler Richard Hamilton 1956 mit seiner gleichnamigen, inzwischen berühmt gewordenen Collage gefragt. Als Antwort präsentierte er innerhalb seiner Collage eine Vermischung der vermeintlich hohen Kunst - zum Beispiel in Form eines gerahmten Gemäldes - mit der bis dahin als niedrig, als "low" angesehenen Kunst der Comic-Bilder und des Möbel-Designs. Herr Hamilton hätte sich auch im Ausstellungsraum des Alten Maichinger Rathauses sehr wohl gefühlt.

Die meisten zwischen 2000 und 2006 im Alten Maichinger Rathaus präsentierten Installationen lassen sich nur schwerlich auseinander dividieren. Wo endet das eine Kunstwerk, und wo beginnt das andere? In der Regel wird der Umraum in die Installation miteinbezogen und verschmilzt mit den Exponaten zu einer Art Gesamtkunstwerk. Spannender als das einzelne Bild an der Wand ist die von den Kunstwerken erzeugte Stimmung. Die Kunst wird zum Raumspray!

 
 

Kommentar zur Kunst-Thematik "öffentlich - privat"
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Weiteres Beispiel für "Die Kunst als Raumspray"
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Artikel über Marko Schacher und sein Konzept
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